Training für Hunde und ihre Hundehalter
Verhalten erkennen, verstehen, verändern
Die Entwicklungsphasen vom Welpen zum erwachsenen Hund
Die Zeit von der Geburt bis zur 8. Lebenswoche ist für Welpen die Prägephase, in der sie bestimmte Schlüsselreize erlernen. Prägen bedeutet für sie, dass Lernen ohne Belohnung oder Strafe stattfindet. Die Welpen lernen Artgenossen, Geräusche und Menschen kennen, dass sie innerhalb ihres "Rudels" Sicherheit und Geborgenheit finden, Wärme und Milch von der Mutter bekommen und auch der Folgetrieb, ähnlich dem des Nachfolgetriebs bei Gänsen, wird jetzt ausgeprägt.
Die Gewöhnung/Habituation und Sozialisierung, von der 5. bis 18 .Woche, beginnt mit der Erziehung durch die Mutterhündin. Hierzu gehört u.a. auch, dass die Kleinen im Spiel mit ihr, ihre scharfen Milchzähne nicht einsetzen dürfen. Sollten sie dieses doch tun, dann werden sie von ihr sofort zurechtgewiesen.
Jetzt wird aber auch schon, unter den Geschwistern innerhalb ihres Wurfes, damit angefangen erstes Sozialverhalten zu erlernen und es werden unterschiedliche Rollen ausprobiert.
Durch die Sozialisierung und Gewöhnung /Habituation an seine belebte und unbelebte Umwelt, werden in dieser Lebensphase Muster im Gehirn des Welpen gebildet, mit denen er später vergleichen wird. Bekanntes wird ihn dann, im Gegensatz zu Unbekanntem, nicht aus der Ruhe bringen. Unbekanntes hingegen wird bei ihm eher Unsicherheit und in der Folge auch Furcht oder Angst auslösen können.
Ab der 8. Woche kommen die meisten Welpen in ihre neue Familie. Sie haben bis jetzt schon gelernt einige Regeln im Sozialverhalten zu verstehen und nun müssen ihnen diese und weitere Regeln, von ihrer neuen Familie deutlich und verständlich aufzeigt und beigebracht werden. Auch wenn es, bei kleinen, sehr jungen Hunden nicht immer leicht fällt, brauchen sie gerade jetzt eine auf Liebe und Konsequenz aufbauende Erziehung.
Erziehungshilfe bekommen Sie, während dieser sensiblen Phase, in einer qualifizierten Hundeschule durch die Teilnahme an einem Welpenerziehungskurs.
Hier erfahren Sie, neben den unterschiedlichsten Lehrmethoden zur druck- und zwangfreien Erziehung, auch was es mit der Umweltsozialisierung, von der 5. - 18. Woche, auf sich hat. Sie bekommen Informationen zur richtigen Ausbildung der Rangordnung, 13. - 18. Woche, lernen wie Sie richtig mit den Problemen in dieser Rudelordnungszeit und ab dem 4. Monat mit Ihrem Junghund in seiner "Flegelzeit" ,umgehen.
Bis zum Erwachsen werden durchlebt ihr junger Hund, zwischen dem 7. - 10. Monat, noch seine Pubertät und die Geschlechtsreife. Zwischen dem 18. - 24. Monat unter Umstänen eine "Zweite Pubertät“ während dieser haben einige Hunde dann erneut eine "Angstphase" in der sie Angstaggression zeigen könnten. Dieses Verhalten wird dann häufig, fälschlicher Weise, als Dominanzaggression interpretiert wird. Sicherheit durch seine Halter hilft ihm und Ihnen in dieser Phase seines Lebens. Sie schafft die besten Vorraussetzungen für eine angst- und aggressionsfreie, gemeinsame Zukunft.
Erst mit etwa 2-3 Jahren, beginnt für ihn dann die Zeit der Reife und nun wird er auch "endlich" erwachsen sein. Er wird zwar auch als erwachsener Hund ständig weiter lernen und Vieles ausprobieren, aber im wesentlichen sich doch so verhalten, wie er es in seiner frühen Jugend von und mit Ihnen erlernt hat.