Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript.
Lernen für Hundehalter und ihre Hunde
BildRechteckRechteck
Verhalten erkennen, verstehen, verändern
.
Rechteck
LÜDERSEN
HSL logo 2013 lang 2.jpg
Bild
Die Gefühlswelt beim Mensch und beim Hund Unser Leben wird meist durch rationales Handeln bestimmt und nur wir Menschen sind in der Lage moralische Gefühle wie etwa Selbsterkenntnis, Scham oder Ekel und Einfühlungsvermögen, zu empfinden. Um bei uns ein bestimmtes Gefühl hervorzurufen ist es nicht notwendig die jeweilige Situation, mit der wir dieses Gefühl verbinden, auch zu erleben. Wir können hierzu auch bereits gewonnene, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse, oder die anderer Menschen heranziehen und so assoziieren. Häufig verhalten wir uns ganz bewusst so, dass wir ein gutes Gefühl bekommen, aber mitunter auch wider besseren Wissens und lösen so das entsprechend schlechte Gefühl bei uns aus, bzw. verstärken es. Bei Hunden verhält es sich anders. Alles was sie lernen, oder gelernt haben, wird von ihnen mit einer bestimmten Emotion verknüpft. Sie haben keine andere Möglichkeit, als dass diese Emotion dann in den entsprechenden Situationen, in denen sie diese Verknüpfung aufgebaut haben, sofort wieder bei ihnen ausgelöst wird. Sie sind dann wieder, wie auch während des Lernens über eine Verknüpfung, entweder neugierig, freudig erregt, ängstlich, aggressiv usw.. Jedes Handeln eines Hundes hat somit eine emotionale Grundlage und der Auslöser hierzu ist eine Sinneswahrnehmung, also keine Folge einer rationalen Überlegung. Hunde leben ihre Gefühle sofort aus, statt sie erst zu hinterfragen. Wie unser persönlicher Emotionszustand von unserem Hund wahrgenommen wird und dieser Gefühlszustand seine Emotionen, also auch sein Verhalten bestimmt, erleben alle Hundehalter täglich. Die Sinneswelt der Hunde Rangfolge der Sinneswahrnehmung bei Hunden 1. Riechen 2. Hören 3. Sehen Riechen Hunde leben aber auch in einer Welt die uns weitestgehend fremd ist. In einer Geruchswelt. Sicherlich können auch bei uns Menschen Stimmungen und Emotionen durch einen Geruch hervor gerufen werden, aber für Hunde steht der Geruch an erster Stelle seiner Wahrnehmungen und diese Wahrnehmung beeinflusst sein Verhalten maßgeblich. Die Stärke ihres Geruchssinns verdanken sie zum einen der Größe ihres Riechhirns. Es macht allein zehn Prozent des Hundehirns aus ( beim Menschen etwa ein Prozent) und auch der Größe ihrer Riechschleimhaut, mit ihren bis zu 250 Millionen Riechzellen. Die Riechschleimhaut bei Hunden ist ca. 150 cm groß, die Riechschleimhaut beim Menschen dagegen nur ca.10 cm. Auch die Anzahl der Riechzellen ist bei uns wesentlich geringer. Auf unserer Riechschleimhaut befinden sich nur 10 - 30 Millionen Riechzellen. Eine weitere Stärke des Hunderiechorgans ist die Möglichkeit zum selektiven Riechen , also zu einer sehr effektiven Rechts- Linkstrennung der Geruchsinformationen aus beiden Nasenhöhlen. Diese Rechts- Linkstrennung macht es ihnen quasi möglich >stereo< zu riechen und so können sie auch die Richtung einer Spur bestimmen. Hören Das Gehör von Hunden unterscheidet sich zu dem von uns Menschen, durch zwei wesentliche Fähigkeiten. Zum einen hören Hunde in Frequenzbereiche / Tonhöhen, die unser menschliches Gehör nicht mehr wahrnehmen kann: Mensch ~ 20 - 20.000 Hz, Hund ~ 15 - 50.000 Hz, Der zweite Unterschied besteht darin, dass Hunde ihre Ohrmuscheln bewegen und so Geräuschquellen, präziser als Menschen, orten können. Eine weitere Stärke ihres Gehörs ist die, dass Hunde ihren Gehörsinn, ebenso wie den Geruchssinn, selektiv einsetzen können. Sie filtern auch hier sehr effektiv z.B. während sie schlafen laute Musik aus und hören dennoch wie der Briefträger ans Haus kommt, oder der Futternapf gefüllt wird. Sehen Der Gesichtssinn, also die Fähigkeit zu sehen, ist für Hunde die schwächste dieser drei Sinne. Hier sind wir Menschen den Hunden, mit einer Ausnahme, überlegen. Die des Dämmerungssehens.. Bei Hunden, mit einer sich durch ihre lange Nase verjüngenden Kopfform, sind die Augen schräg angesetzt. Dadurch haben sie mit ca. ca.240° einen größeren Radius im Gesichtsfeld (der Mensch ca.180°) aber die Überschneidung der Gesichtsfelder vom linken und rechten Auge fällt wesentlich geringer als beim Menschen aus und so ist räumliches Sehen für sie nicht möglich. Da Hunde ihrem Ursprung nach Raubtiere sind, ist für sie das Scharfsehen weniger wichtig als die Wahrnehmung minimaler Bewegungen, auch auf große Distanz. Ein schnell flüchtendes Beutetier hat eine sehr viel höhere Priorität als detailertes Sehen und das Erkennen einer Silhouette. Ein weiterer Unterschied, in dieser Sinneswahrnehmung zwischen Mensch und Hund, besteht in der Wahrnehmung von Farben. Zuständig hierfür sind sog. Zäpfchen in der Netzhaut des Auges. Der Mensch hat drei verschiedene Zäpfchen. Sie ermöglichen die Erkennung von Rot, Grün und Blau. Hieraus werden alle von uns wahrnembaren Farben gebildet. Hunde haben nur zwei verschiedene Zäpfchen. Eines für Gelb und das Andere ist für Blau zuständig. Diese Farben werden gut erkannt. Rot wird vermutlich als dunkel Grau, Grün und Orange als Gelbton gesehen. Eine Farbunterscheidung, wie für uns, ist ihnen somit nicht möglich. Wenn wir eine klare Vorstellung von dem haben, wie unser Zusammenleben mit unserem Hund aussehen soll, dann müssen wir auch unser Wissen über seine Sinneswahrnehmungen, seine Gefühlswelt und unsere Fähigkeiten zu rationalem Handeln, im Umgang mit ihm, in Einklang bringen. Wir haben dann sehr viele Möglichkeiten uns einer anderen Spezies verständlich zu machen und werden dann auch sehr viele, glückliche Momente mit unserem Vierbeiner erleben.
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern, das was wir über die Dinge denken. Epiktet
2
2
Pause1.jpg