Lernen für Hundehalter und ihre Hunde
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Verhalten erkennen, verstehen, verändern
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LÜDERSEN
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Hunde lernen immer und das auch schon als Welpe Was Lernen ist wissen wir ja alle. Lernen ist eine relativ sichere Verhaltensänderung auf Grund gemachter Erfahrung. Für Hunde ist das Ziel des Lernens, dass sie ihren eigenen, individuellen Zustand optimieren. Dabei geht es ihnen in erster Linie um ihre Bedarfsdeckung und Schadensvermeidung. Lernen findet bei ihnen immer statt und hierbei werden immer Emotionen ausgelöst und verknüpft. Dass das Erlernte dann immer in unserem Sinne ist, ist reines Wunschdenken von uns. Es kann aber, da wir ja wissen, dass jedes Handeln eine emotionale Grundlage hat, auch hierdurch maßgeblich beeinflusst werden. Motivation, Situation und der zeitliche Rahmen sind die äußeren Faktoren, die entscheidenden Einfluss auf das Lernen haben. Wir können mit Fantasie, Erfahrung und weg vom allzu menschlichen Denken, ihre Emotionen beeinflussen und dem zufolge auch das Lernen des Hundes anregen und fördern. Schon beim Welpen, wenn er im Alter von 8 oder 9 Wochen zu uns kommt und wir stolz und glücklich die ersten, gemeinsamen Spaziergänge machen, sollten wir nicht vergessen, dass unser Nachwuchs dabei etwas lernen wird. In der Zeit, von der 3. bis etwa zu seiner 13. Lebenswoche, sind es die einfachsten Lernformen, (die Habituation / Anpassung, oder auch Gewöhnung) die ihm helfen sein Lernziel, also seinen individuellen Zustand zu optimieren und sich Freiräume und Ressourcen zu sichern. Wir möchten, dass es unserem Welpen gut geht und er sicher seine kleinen Hunderunden mit uns macht. Die Leine ist also eher etwas kürzer, eben eine Welpenleine und vorsichtshalber, damit er uns nicht verloren geht, lassen wir sie auch im Feld, im Wald, oder in der Grünanlage angelegt. So sind wir immer auf der sicheren Seite. Manchmal entdeckt der Kleine etwas Interessantes. Dabei kann es nur ein fliegendes Blatt sein, ein Regenwurm, der ausgebuddelt werden muss oder ein Grashalm, der super schmeckt. Wir warten und geben ihm die Gelegenheit es ausgiebig zu untersuchen. Es geht erst dann mit ihm weiter, wenn er fertig mit seinem Spiel und seiner Untersuchung ist. Wir wollen nur das Beste für unseren Welpen. Er soll seinen Spaß haben und glücklich sein, so wie wir auch, also geben wir auch unser Bestes, falls es einmal etwas länger dauert und reden dann freundlich so lange auf unseren Welpen ein, bis wir gemeinsam weiter kommen. Treffen wir auf andere Menschen, dann werden wir meist mit den Worten "Oh ist der süß" angelacht und geben ihnen Gelegenheit unserem Kleinen zu zeigen, dass auch fremde Menschen toll sind und ihn knuddeln und kraulen können. Etwas ganz Besonderes ist dann das Spiel mit einem anderen Hund oder in einer Welpenspielgruppe. Hier hat er Sozialkontakt zu anderen Hunden und er kann sich so richtig und ausgiebig austoben. Wenn er seinen Spaß hat und offensichtlich glücklich ist, warten wir gerne bis er dann zwar etwas platt, aber ganz sicher auch gut ausgelastet ist und können dann ebenfalls glücklich, mit ihm nach Hause gehen. So, oder so ähnlich sehen sehr viele Spaziergänge mit Welpen während ihrer sensiblen (Lebens-)Phase aus. Jetzt lernen sie, ohne bewusst zu lernen und das alles wird auch ihr späteres Leben prägen. Sie gewöhnen sich an diese schönen Emotionen und daran, dass wir ihnen bereitwillig folgen. Spätestens wenn sie in der Pubertät sind, müssen sie jedoch alles wieder vergessen, damit unsere Freude an ihnen ein Hundeleben lang anhält. Eine, wenn auch manchmal nur vage Vorstellung vom späteren Zusammenleben mit einem gut sozialisierten und weitestgehend problemlosen, erwachsenem Hund hat auch jeder, der gerade diese schöne Zeit mit seinem Welpen verbringt. Dennoch verhalten sich viele Welpenhalter so, als ob es sich um unterschiedliche Hunde handelt mit denen sie es zu tun haben bzw. haben werden. Erst leben sie mit einem Welpen, dem auf Schritt und Tritt gefolgt wird, der Ihnen zeigt was für ihn wirklich wichtig ist und der Ihre volle Aufmerksamkeit bekommt. Später sollen die Rollen getauscht werden und als erwachsener Hund soll er sich nun Ihnen gegenüber so verhalten, wie Sie es bei ihrem Welpen gemacht haben. Für Ihren heranwachsenden Hund heißt es nun, dass er alles Erlernte aus seiner Welpenzeit vergessen muss und auch die schönen Emotionen, die er damit verknüpft hat. Jeder Hund und auch schon jeder Welpe ist individuell und lernt auf seine ganz eigene Art. Was er für sein späteres Leben lernen wird und trotzdem ein glücklicher Welpe sein darf, dass dürfen wir nicht ihm überlassen. Jeder Welpe sollte immer mit etwas Weitsicht, Spaß und Vertrauen von seinem Halter in die richtige Richtung gelenkt werden. zurück .
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